Am Tag nach der Steinbocktour hatte ich mich mit Oliver in den Vogesen verabredet. Wir wollten mal wieder die Gämse in den Vogesen besuchen. Da zu dieser Jahreszeit dort die Narzissen blühen hoffte ich auf ein paar schöne Farbtupfer im Bild. Leider hatte mich bei der Anfahrt das Navi kurzzeitig im Stich gelassen und ich landete auf einem Umweg - der noch dazu mautpflichtig war. Mit 20 Minuten Verzögerung und um 8 Euro ärmer kam ich dennoch exakt mit Oliver am Parkplatz an. Gut, wenn man etwas Luft einplant...

Mit an Board hatte Oliver zwei französische Naturfotografen ( Hervé Colard und Jerome Bauer ) und so machten wir uns zu viert auf die Suche nach den ersten Tieren. Der Wind war dermaßen stark dass an den Einsatz des 500ers gar nicht zu denken war - der Wind bließ in die doch recht große Streulichtblende und man verzog ständig. Wir entschieden uns dann direkt an den windgeschützten Hang zu gehen und wie erwartet war der Wind dort um einiges schwächer. Die ersten Tiere waren auch zu sehen, jetzt musste es nur noch hell werden.

Ich entschied mich dann auch mal ein Landschaftsbild zu versuchen, auch wenn die Gämse in der Region in meinen Augen das deutlich bessere Motiv abgeben. Aber der Sonnenaufgang war aufgrund des Hochnebels doch zu schön um es nicht einfach mal zu versuchen.

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Nach einiger Zeit zogen die Kollegen alleine weiter, ich entschied mich aber dennoch zu warten. Eine kleine Gruppe von Gämsen konnte ich längere Zeit beobachten wie sie immer höher kamen und ich hoffte, dass sie bis zu mir kommen würden. Leider verschreckten zwei Wanderer die Gruppe ziemlich tollpatschig - ich musste mir also auch einen neuen Spot suchen.

Ich entdeckte ein Tier das es sich im Gras gemütlich gemacht hatte und genüßlich fraß.

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Erste vorsichtige Annnäherungsversuche von mir blieben nicht unbemerkt, dennoch zeigte die Gams keine Angst. Ich stieg langsam zu ihr hinunter, machte alle paar Meter einige Aufnahmen und verhielt mich recht ruhig. Das Tier zeigte keine Scheu, selbst als ich auf vier Meter rangekommen war.

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Nach einem intensiven Shooting verzog sich die Gams dann doch noch auf einen nahegelegenen Felsen. Ich denke sie wollte sich vom Fressen erholen :) Dort entstand dann auch eines der schönsten Bilder der Tour:

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1000mm KB (500mm+2xTK), Stativ, LiveView

Auch eine zweite Gams hatte es sich in der Nähe gemütlich gemacht - kein Wunder, hier war absolut kein Wind zu spüren.

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Irgendwann gesellte sich Oliver wieder zu mir und wir machten erstmal Pause. Urgemütlich wenn die Sonne den Rücken wärmt und um einen herum die Tiere in Ruhe rasten. Immer wieder kamen einzelne Gämse auch mal etwas näher ran.

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Die Narzissen blühten überall und so langsam hatten sich auch alle Blüten geöffnet. Ein beeindruckendes Bild bot sich uns, die Gämse hatten endlich auch eine tolle Kulisse.

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Wir beschlossen dann auch langsam den Rückweg zum Auto anzutreten, da sich die meisten Tiere ins Tal zurückgezogen hatten. Ich merkte mal wieder dass meine Kondition deutlich besser sein könnte, der Aufstieg auf den Wanderweg war anstrengender als gedacht. Aber auch das war wieder schnell vergessen, denn oben angekommen überraschte uns direkt eine Gams.

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Wir konnten uns frei um die Gams bewegen, es waren keinerlei Anzeichen von Angst zu spüren. So folgten wir dem Tier dann auch noch einige Minuten.

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(Bei den Mitziehern ist qualitativ noch viel Luft nach oben :))

Da das Licht aber dann doch recht hart wurde machten wir uns kurze Zeit später auf den Rückweg.

Alles in allem wieder eine herrliche Tour bei interessantem Wetter. Ich konnte mal wieder einige schöne Bilder mit nach Hause nehmen und das Erlebnis an sich vergißt man auch nicht so schnell. Es ist immer wieder faszinierend wie nahe man den Tieren kommen kann...

Vielen Dank an meine Begleiter!